Und futsch ist die Vertrauensbasis

Fall 1: (Berlin) Eine mehr als 30 Jahre lang beschäftigte Supermarkt-Kassiererin hatte zwei gefundene Pfandbons eingelöst und wurde daraufhin fristlos gekündigt. Eine vorherige Abmahnung gab es nicht. (Aug. 2008)

Fall 2: (Konstanz) Eine 58-jährige Altenpflegerin hatte die Teigtaschen aus der nicht verwendeten Verpflegung der Heimbewohner mitgenommen. Ihr wurde fristlos gekündigt. Ihre Klage gegen die fristlose Kündigung wegen Diebstahls hat das Arbeitsgericht Radolfzell abgewiesen. (April 2009)
Fall 3:
Villingen-Schwenningen Kündigung nach „Diebstahl“ von Kartons
Wieder ein Fall von Kündigung nach einem Bagatelldelikt: Ein Unternehmen hat einen Mitarbeiter entlassen, nachdem er mehrere gebrauchte Kartons seiner Firma mit nach Hause genommen hatte. Das Arbeitsgericht befand nun, die Kündigung sei rechtens. (Okt. 2009)
„Um das dreht sich´s“

Drei recht einprägsame Fälle. Bei jeder dieser Enstscheidungen wurde betont, dass durch die Handlungen des Arbeitnehmers das Vertrauensverhältnis unrettbar zerstört sei. Umgekehrt wird ein Schuh draus: Wenn der Arbeitgeber, z. B. Deutsche Bahn AG. Telekom und Lidl, durch Bespitzelung das Vertrauen seiner Arbeitnehmer verliert, dann wäre es in einer gerechten Gesellschaft durchaus denkbar, dass der Lohndiener seinem Chef kündigt, und das Unternehmen enteignet. Mit solch einem Chef kann man doch nicht zusammenarbeiten.

Alte Kartons zerstören jegliches Vertrauen in unsere Rechtsprechung





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